Erstellt von ANETTE IN CONCAS | | Allgemein Aktuelles

Don Vito erzählt den Gläubigen Geschichte(n)

Limburg Italienischer Passionistenpater setzt seine beliebte Gesprächsreihe fort.

 

Menschen mitzunehmen ins Christentum, ihnen Geschichte und Geschichten rund um die Heiligen und die Kirche zu erzählen, das ist das Anliegen von Don Vito Lupo, der in diesem Monat wieder zu einer theologischen Gesprächsreihe einlädt.

 

Mit den Worten „Liebe Freunde“ hat Don Vito Lupo jetzt Einladungen in Form eines Flyers drucken lassen. Einladungen für all diejenigen, die seit vielen Jahren zu seinen theologischen Gesprächen kommen und inzwischen einen eigenen kleinen „Fanclub“ bilden. „Fanclub“ deshalb, weil sie sich immer wieder über den enormen und liebevollen Aufwand freuen, den der italienische Pfarrer für seine Gesprächsreihen auf sich nimmt. Neben intensivem Lesen und Heraussuchen von Quellen und umfassenden Informationen kümmert er sich um kleine Plakate für die Ankündigungen und lädt seine Besucher am Ende einer Gesprächsreihe immer wieder zu einem gemeinsamen Gläschen Wein ein.

Beginn mit Paulus

Angefangen hat alles mit dem Heiligen Paulus. Im Paulusjahr, also 2008, begab sich der Passionistenpater, der heute 78 Jahre alt ist, auf die Spuren dieses berühmten Völkerapostels und startete mit ihm die theologischen Gespräche. Die Abendrunde im Pfarrheim St. Marien in Limburg war immer bis auf den letzten Platz besetzt. Also machte Don Vito weiter: Er sprach über die verschiedenen Religionen, das schöne Geschlecht, Frauen in der Kirche, aber auch über Hexen und Nahtoderfahrungen – sein Portfolio ist enorm. In diesem Februar hat er sich für das Thema „Die Entstehung des Christentums“ entschieden. Kein leichter Stoff, aber Don Vito geht mit der ihm eigenen besonderen Zuversicht auch an schwierige Aufgaben. „Mein Gottvertrauen hat sich im Laufe meines Lebens immer wieder gestärkt“, lacht er und berichtet begeistert von seiner neuen Vortragsreihe, die mit einem Referat über das politische und religiöse Umfeld zur Zeit Jesu Geburt beginnt. Die Seeschlacht bei Actium und das Ende des Bürgerkrieges im Römischen Reich kommen ebenso zur Sprache wie die politische Lage im Staat Judäa XX und Herodes. Auch von den ersten Christengemeinden in Jerusalem, den Verfolgungen und den Märtyrern wird erzählt.

Wie immer finden die theologischen Gespräche in der Gartenstraße 20 im Pfarrheim St. Marien statt. Das Unterthema des zweiten Vortrags lautet „Jesus als Messias und das Gottesreich“. Gesprochen wird auch über andere, die sich Messias nannten, über die alten Religionen und die gemeinsamen Elemente mit dem Christentum. Wer mehr über die Gründe der Christenverfolgungen erfahren und sich mit Kaiser Konstantin und den religiösen Prinzipien des Christentums bis zum Konzil von Ephesus beschäftigen möchte, kann sich auch schon auf den dritten Vortrag freuen.

Zum Missionar berufen

Das vierte Referat, das wie immer mittwochs stattfindet, beinhaltet viele Dinge, die das Christentum begleiten. Beispielsweise die Bauten, die Kunst und die Kirchenmusik der Klöster. Die hat Don Antonio Vito in seiner Kindheit schon schätzen gelernt. Damals, nachdem er als ältestes von elf Kindern in Apulien zur Welt kam und durch seine Eltern erste Berührungen mit dem Thema Glauben hatte. Er fühlte sich früh zum Missionar berufen. In Manduria empfing er am 27. Februar 1965 die Priesterweihe, war dann zwei Jahre in Rom im Angelicum der Dominikaner. 1970 entdeckte er als Urlauber seine Liebe zu Deutschland.

Nachdem er Gelegenheit bekommen hatte, hier zu wirken, arbeitete er zunächst am Rhein und übernahm dann die schwierige Aufgabe, als Missionar die 1966 gegründete Italienische Gemeinde Limburg neu zu gestalten und zu festigen. Die war zu der Zeit noch recht unstrukturiert. Die ersten sechs Missionare, die in die Domstadt gekommen waren, hatten nach und nach die Flucht ergriffen. Don Raimondo, wie der Passionistenpater mit Ordensnamen heißt, dagegen kam und blieb. Die Domstädter tauften den hoch engagierten jungen Leiter der Gemeinde St. Anna Limburg-Wetzlar kurzerhand Don Vito. Der junge Pfarrer konzentrierte zunächst seine pastoralen Aktivitäten auf fünf Städte, Limburg, Idstein, Hadamar, Ransbach und Braubach am Rhein, und weitete seine seelsorgerische Tätigkeit im Laufe der vergangenen 46 Jahre auf alle wichtigen Gebiete aus.

Zunächst kümmerte er sich um die Absicherung seiner Landsleute in sozialen Bereichen wie Wohnungssuche, Arbeitsplatz, Schule, Ausbildung und Behördengänge, dann wurde die Integration in der Wahlheimat mit Kursen, Begegnungen und zweisprachigen Gottesdiensten unterstützt. Jugendgruppen und die heute noch sehr rührige Italienische Frauengruppe wurden gegründet, die Rumänienhilfe mit dem Nothilfe-Komitee aufgebaut.

Noch heute betreut Don Vito Lupo 7850 italienische Mitbürger im Bistum, hat aber auch längst viele deutsche Freunde und Besucher, die seinen halb deutsch-, halb italienischsprachigen Gottesdienst sehr schätzen und sich regelmäßig an den Sonntagen und an den gebotenen Festtagen um 10.30 Uhr in der Kirche St. Anna zum Gottesdienst treffen.

Vortragstermine mit Don Vito im Überblick

Die 19. theologische Gesprächsreihe von Don Vito Lupo steht vor der Tür. Der erste Vortrag zum Thema „Die Entstehung des Christentums“ findet am Mittwoch, 28. Februar, statt. Zweiter Termin ist am Mittwoch, 7. März. Die dritte Gesprächsrunde ist am 14. März und der Abschluss am 21. März. Alle Gespräche beginnen um 19.30 Uhr. Treffpunkt ist wieder das Pfarrheim St. Marien in der Gartenstraße 20 in Limburg. Der Eintritt ist frei. Die theologischen Gespräche verlangen kein Vorwissen oder eine besondere Bildung, sondern sind lockere, freundliche Zusammentreffen von Interessierten, die Lust haben, sich mit den jeweiligen Themen auseinanderzusetzen. Natürlich können Fragen gestellt werden, ab und zu gibt es im Anschluss auch kleine Diskussionen, bei denen sich jeder einbringen kann, der möchte. Der Eintritt ist wie immer frei. Wer auch nur einen oder zwei Vorträge besuchen möchte, ist ebenfalls willkommen. Infos gibt es bei Don Vito Lupo unter (01 72) 6 76 93 90.

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