Erstellt von Kathrin Bendel | | St. Marien Limburg Aktuelles

Es wurde Licht - Lichtdesign-Preis für Sarah Textor

Pallottinerkirche in neuem Licht Foto: BEGA

Foto: Sarah Textor

Pallottinerkirche in neuem Licht Foto: BEGA Gantenbrink Leuchten KG

Pallottinerkirche in neuem Licht Foto: Sarah Textor

Pallottinerkirche in neuem Licht Foto: Elisabeth Knossalla

Geht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ebenfalls so: Sie betreten die renovierte Pallottinerkirche St. Marien und fühlen sich direkt wohl und vom warmen Licht umhüllt? Dieses Phänomen haben wir der aus Limburg stammenden Sarah Textor zu verdanken. Dieter Fluck schrieb: „Ihre … ausgeführte Lichtinstallation ist das Sahnehäubchen der umfassenden Renovierung im vergangenen Jahr.“

Wir dürfen nun Sarah Textor zum Lichtdesign-Preis für Nachwuchsdesigner gratulieren. Ihr stimmiges Lichtkonzept überzeugte die Jury für unsere denkmalgeschützte Kirche. Das Licht unterstreicht die großen und kleinen Parabeln im Inneren der Kirche: „Die Bogenöffnungen des Hauptschiffes als Lichtquelle am Tag und die 98 Bögen im Chorraum werden an trüben Tagen und am Abend durch künstliches Licht betont ohne eine für den Betrachter sichtbare Lichtquelle. Der Hochaltar, der Altar, der Ambo und die Treppenstufen zum Chorbereich werden mit Strahlern in verschiedenen Optiken und mit hohem Farbwiedergabewert in Szene gesetzt. Die Strahler sind in den Bögen versteckt und fallen nicht in die Blickrichtung des Besuchers.

Die neu installierten Pendelleuchten ergänzen das bisher nicht dagewesene Leselicht und sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Die Pendelleuchte fügt sich durch die kleine Größe, Parabelform und die Farbe im abgetönten weiß wie ganz selbstverständlich in den Kirchenraum ein, ohne die Sichtachse zum Chorraum zu beeinträchtigen. Die Seitenaltäre und die dazugehörigen Heiligenfiguren kommen mit LEDs und Mini Spots richtig zur Geltung. Das gesamte Licht kann je nach gewünschter Lichtszene zu entsprechenden Anlässen per Tablet reguliert werden.“

 

Ich freue mich, dass sich Sarah Textor dankenswerterweise Zeit für ein kleines Interview zu ihrer Arbeit nahm:

Gutes Licht...
...betont die Architektur und ihre Besonderheiten ohne aufdringlich zu sein…


Sie kennen als Limburgerin die Pallottinerkirche. Wann und zu welchem Anlass waren Sie das erste Mal in der Kirche? 
Als kleines Kind habe ich natürlich mit großen Augen die Krippe bewundert, aber die Pallottinerkirche im Ganzen habe ich vor 10 Jahren bei einer Hochzeit von einer ganz besonderen Freundin wahrgenommen.


Hatte die Gestaltung des neuen Lichtkonzeptes des Innenraumes der Kirche eine persönliche Bedeutung für Sie?

Meine Eltern haben vor über 40 Jahren in dieser Kirche geheiratet und als geborene Limburgerin habe ich mich so sehr gefreut über die Beauftragung und habe wirklich meine ganze Energie und Kraft hineingesteckt.


Was ist das Besondere an dem Lichtkonzept für die Pallottinerkirche?

Sobald man die Pallottinerkirche betritt, führt der Blick direkt auf den besonderen Chorraum mit seinen 98 parabelförmigen Bögen. 

Während an einem sonnigen Tag die Bögen durch natürlichen Lichteinfluss auffallen, können die Bögen am Abend und an trüben Tagen durch künstliches Licht ausgeleuchtet werden. Jeder Bogen hat eine eigene Leuchte, die mit einem extra installierten Konstruktionswinkel individuell auf den jeweiligen Bogen ausgerichtet ist.


Hatten Sie sofort Ideen zu Beginn des Projektes?
Das Innere der Kirche ist stark durch die Parabelform geprägt. So war es auch ganz selbstverständlich, dass die Form der Parabel ein großes Thema beim Lichtkonzept spielt.


Welches war Ihre größte Herausforderung beim neuen Lichtdesign für die Kirche St. Marien? Gab es Grenzen?
Das Leselicht. Um dieses zu gewährleisten, habe ich eine Veränderung des Erscheinungsbildes der Pallottinerkirche vorgeschlagen. Das bedeutete einmal Überzeugungsarbeit und als die Zustimmung kam, war die Umsetzung herausfordernd, da es sich bei meiner vorgeschlagenen Leuchte um eine Sonderkonstruktion handelte. Und dazu kam noch einen geeigneten Hersteller zu finden, der die Leuchte mit mir in vier Wochen entwickelt. Normalerweise braucht man für so eine Durchführung 12 Wochen.


Wo werden Sie in unserer Gegend künftig Ihre „Lichtspuren“ hinterlassen?
Am liebsten überall. :-)

Welchem Gebäude oder Ort würden Sie gerne einmal ein neues Licht verleihen?
Den Limburger Dom natürlich!

 

Vielen, vielen Dank für Ihre Zeit!

 

„Die schönste Architektur und das originellste Interieur verfehlt seine Wirkung, wenn es nicht im rechten Licht subtil inszeniert wird. Wenn Menschen in einen Raum kommen, wissen sie meist nicht genau, warum sie sich wohlfühlen, und dann liegt es oft an wohltemperierter, gut dosierter, richtig platzierter Beleuchtung…“

(Zitat: Sarah Textor)

 

Inzwischen wirkt Sarah Textor im hohen Norden. Ihre Verbindungen zu ihren Wurzeln führen sie immer wieder zu Projekten im hiesigen Raum. Das Weinhaus Schultes ließ sie ebenfalls in neuem Licht erstrahlen. Fühlen Sie sich eingeladen, das nächste Mal bewusst mit einem Augenmerk auf das Licht in die Pallottinerkirche St. Marien zu gehen.

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