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Interview anlässlich Pfingsten: "Für mich ist jeden Tag Pfingsten"

Anette in Concas sprach mit dem italienischen Pfarrer Vito Antonio Lupo, besser bekannt als Don Vito Lupo, der 1972 als Missionar für die italienische katholische Gemeinde nach Limburg kam und seither seine „Schäfchen“ in der Domstadt, aber auch in der Region des Bistums Limburg Nord betreut.

An diesem Wochenende feiern die Christen Pfingsten. Das Hochfest, das immer 50 Tage nach Ostern stattfindet und den Abschluss des Osterfestkreises bildet, kündigt das Kommen des Heiligen Geistes an. Für viele Menschen ist die Pfingstbotschaft, die im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben wird, schwer greifbar.

NNP: Wie lautet die Pfingstbotschaft?

DON VITO LUPO: Die Botschaft von Pfingsten ist einfach zu formulieren: Der Geist Gottes, der alles lebendig macht, schenkt sich persönlich den Getauften. Dieser Geist Gottes ist die göttliche Kraft, die Liebe, durch die Gott alles schuf.

NNP: Wie stellen Sie sich den Heiligen Geist denn vor?

DON VITO LUPO: In den Schriften wird der Geist Gottes mit dem Wind, besser mit einer Brise verglichen. Ich stelle mir diesen Geist Gottes vor wie den Atem, der mich seit meiner Geburt begleitet und mir das Leben schenkt. Die gebräuchlichen Bilder wie Feuer, Wasser, Licht oder Taube sind einfach Beschreibungshilfen.

NNP: Wie können die Menschen den Heiligen Geist empfangen?

DON VITO LUPO: Es ist schön zu wissen, dass jeder Christ bereits in der Taufe das Geschenk des Glaubens bekommt. Dadurch geschieht ein Wunder: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Johannes 14, 23). Mit der Taufe nimmt Gott also Wohnung im Menschen. Pfingsten soll uns motivieren, im Bewusstsein dessen zu leben.

NNP: Was ist das sogenannte Pfingstwunder?

DON VITO LUPO: Manchmal ist Gott wirklich lustig! Mit Entsendung des Heiligen Geistes geschah in Jerusalem etwas Merkwürdiges. Es war der letzte Tag einer ganzen Woche, in der das Erntedankfest (jüdisches Fest Schawuot) gefeiert wurde. Zum Fest kamen Juden aus der Diaspora nach Jerusalem. Plötzlich erhob sich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem Sturm. Es erschienen Feuerzungen, die sich auf die wenigen Anhänger Jesu niederließen und diese begannen in verschiedene Sprachen zu reden und – oh Wunder – die Menschen konnten sie sogar verstehen. Von diesem Tag an verkündeten sie die Taten Jesus.

NNP: Warum wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche verstanden?

DON VITO LUPO: Die biblische Erzählung des Pfingstwunders ist ein Hinweis auf die beginnende Mission der erwachenden Kirche und den Auftrag Jesu, das Wort Gottes in alle Welt und in allen Sprachen zu verkünden. Deshalb wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche gedeutet.

NNP: Wie bereiten Sie sich persönlich auf das Pfingstfest vor?

DON VITO LUPO: Für mich ist jeden Tag Pfingsten. Es ist mir bewusst, dass Gott mit seiner schöpferischer Macht lebt, in den Christen und in mir persönlich, sowohl in den fröhlichen als auch in den traurigen Tagen. Jeden Tag schenkt Gott mir Möglichkeiten, an ihn als meinen Gast zu denken: Es ist Pfingsten.

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